Augustinus Antwort

Augustinus’ Zeittheorie hat das Ziel den Menschen und damit seine Seele in der Zeit und die Zeit als Unvollkommenheit und als Zerrissenheit der Seele aufzuzeigen. Augustinus Frage lautete ‚was ist Zeit?’, und obwohl er einräumte Zeit nicht erklären zu können, kannte er seine Antwort schon bei der Fragestellung. Diese Antwort musste die Zeit als unvollkommen aufzeigen und als Übel, welches überwunden werden muss.

Nachdem Augustinus in den Büchern I-IX von seiner Vergangenheit berichtet hatte, und das Buch X seine Gegenwart beschrieb, stellt er in den Büchern XI-XIII die Erwartung seines Lebenszieles dar. Anschaulich zeigt er das Zerdehnt-Sein der distentio animi auf, die damit so gänzlich verschieden ist von der Ewigkeit Gottes. In der Auslegung der Genesis beschreibt er den Ort, in dem diese Zerrissenheit überwunden werden und auch wie der Mensch die Entfernung zu Gott verringern kann; immer aber unter dem Eindruck der Gnade Gottes.

Augustinus ist bestrebt, das Rätsel der Zeit zu lösen, aber in seinen Bekenntnissen erstellt er keine allgemeine Theorie – dafür ist sie zu individualisiert und auf Gott und dessen Ewigkeit bezogen. Gerade die Genesisauslegung weist auf die religiöse Intention hin. Und in diesem Kontext ist seine besondere Antwort auf die Frage ‚Was ist Zeit?’zu bewerten.

Zeit ist ein Zustand, den es durch die Gnade Gottes zu überwinden gilt.